Alles über Jakobswege in Frankreich

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Französisch für den Urlaub lernen – So geht’s richtig (mit Vokabeln)

Du willst Französisch für den Urlaub lernen? Das ist eine tolle Sache und gerade für Reisen nach Frankreich wichtig. Denn die Franzosen reagieren viel freundlicher auf Touristen, wenn sie zumindest ein paar Sätze in ihrer Sprache beherrschen.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du dich darauf vorbereitest. Zunächst gibt es die wichtigsten Vokabeln, anschließend Tipps zum Französisch lernen.

Du erfährst auch, welche App/Online Kurs ich empfehlen kann (hier gelangst du direkt zum Kurs von Sprachenlernen24 (Werbelink)).

Französisch für den Urlaub: Die wichtigsten Vokabeln und Sätze

An- und Abreise und Transport

DeutschFranzösisch
Flughafenl’aéroport
Flugle vol
Bahnhofla gare
Metrole métro
Zugle train
Schnellzugle TGV
Bus le bus
Taxile taxi
Autola voiture
Stationla station
Ankunftl’arrivée
Abfahrtle départ
Verspätungle retard
Fahrkarte für den Zugle billet
Fahrkarte für Bus und Métrole ticket
Ticketautomatle distributeur de tickets; la billeterie
Geldautomatle distributeur automatique de billets
Straßela rue
Autobahnl’autoroute
Mautle péage

Unterkunft

Deutsch Französisch
Hotelle hôtel
Jugendherbergel’auberge de jeunesse
Ferienwohnungl’appartement de vacances
Gästezimmerla chambre d’hôtes
Campingplatzle camping
Unterkunftle hébergement
Einzelzimmerla chambre individuelle
Doppelzimmerla chambre double
Bettle lit
Badla salle de bains
Balkonle balcon
Küchela cuisine
Etagel’étage
Eingangl’entrée
Ausgangla sortie
Reservierungla réservation
Schlüssella clé
Rezeptionistle réceptionniste
Frühstückle petit-déjeuner
Halbpensionla demi-pension
Vollpensionla pension complète

Café und Restaurant

Vorspeisel‘entrée
Hauptgerichtle plat principal
Tagesgerichtle plat du jour
Weinle vin
Bierla bière
Wasserl’eau
Getränkla boisson
Kellner, Kellnerinserveur, serveuse
Rechnungl’addition
Baren espèces
mit Kartepar carte
bezahlenpayer
Trinkgeldle pourboire
Milchkaffeele café au lait
Espressole café
“Deutscher” Kaffeele café crème

Arzt, Apotheke, Polizei, Notfall

Arzt le médecin
Zahnarztle dentiste
Apothekela pharmacie
Medikamentle médicament
Unfall l’accident
Notfalll’urgence
Polizeila police
Krankenwagenl’ambulance
Feuerwehrles pompiers
Dieble voleur
Pannendienstle service de dépannage
Baustellele chantier
Umleitungla déviation

Sehenswürdigkeiten

DeutschFranzösisch
Museumle musée
Ausstellungl’exposition
Kirche l’église
Kathedralela cathédrale
Brückele pont
Festungla forteresse
Burgle château fort
Schlossle château
Stadtla ville
Dorfle village
Zentrumle centre
Platzla place
Parkle parc
Gartenle jardin
Konzertle concert
Theaterle théâtre
Festivalle festival

Gespräche

Woher kommst du? D’où viens-tu?
Woher kommen Sie?D’où venez-vous?
Ich komme aus Deutschland.Je viens d’Allemagne.
Wie geht es dir?Ça va?
Wie geht es Ihnen?Comment allez-vous?
Mir geht es gut. Und dir?/und Ihnen?Ça va, merci. Et toi? Et vous?
Wie heißt du?Comment tu t’appelles?
Wie heißen Sie?Comment vous vous appelez?
Ich heiße…Je m’appelle…
Französisch für den Urlaub lernen

Französisch für den Urlaub lernen mit verschiedenen Methoden

Für jeden Lerntyp gibt es das passende Angebot. Egal, ob du durchs Lesen, Hören oder Sprechen am besten lernst – Französisch ist eine der beliebtesten Sprachen der Welt und es ist kein Problem, die für dich passende Methode zu finden. Im folgenden stelle ich die üblichen Varianten vor. 

Französisch lernen mit einer App oder einem Online Kurs

Das Lernen mit einer App hat den Vorteil, dass der Lernstoff im Smartphone drin ist und du sowohl vor als auch während der Reise lernen kannst. Beispiele sind Babbel, Duolingo, Sprachenlernen24, Rosetta Stone oder Frantastic. 

Meine Erfahrungen mit Apps sind gespalten. Sie sind ganz gut, um schnell neue und viele Vokabeln zu lernen, die meistens mit Bildern illustriert sind, was das Verständnis erleichtert. Fürs Hörverständnis sind Apps ebenfalls gut geeignet. 

Bei der Grammatik und dem Sprechvermögen können sie dagegen nicht so gut punkten. Die Grammatiklektionen bleiben bei mir selten hängen und das Sprechen wird überhaupt nicht eingeübt. Da ein Lehrer fehlt, gibt es keine Korrektur von Fehlern. 

Ich kann Apps also eher für Urlauber empfehlen, die nur die grundlegenden Vokabeln und Phrasen lernen und sich an den Klang des Französischen gewöhnen möchten. Das ist mit den Anwendungen sehr wohl möglich, ein Spracherwerb auf hohem Niveau ist dagegen nicht so einfach.

Französisch lernen mit Sprachenlernen24: Meine persönliche Empfehlung

Für Fortgeschrittene sind sie aber sehr hilfreich, um Vokabular aufzubauen. Ich lerne derzeit eine andere Sprache erfolgreich mit dem Kurs von Sprachenlernen24 (Werbelink).

Der Kurs ist sowohl mobil als auch auf dem Desktop anwendbar. Jeden Tag muss man nur etwa 17 Minuten investieren. Das Vokabular wird nach dem Karteikastenprinzip abgefragt, dazu gibt es Grammatik-, Konversations- und Hörverstehenstrainer. Wer will, kann Meditationsmusik einschalten, um das Lernen zu fördern. Weiterhin gibt es eine Community, wo man sich mit anderen Lernenden austauschen kann. Zudem gibt es eine Grammatik sowie Audiodateien zum Herunterladen.

Ich kann das Unternehmen nur empfehlen. Zur Auswahl stehen unter anderem ein Anfängerkurs, ein Fortgeschrittenenkurs, das Komplettpaket, 400 französisch-deutsche Geschichten und Spezialwortschätze. Wenn du über meine Links kaufst, erhalte ich eine kleine Provision und kann diese Jakobsweg-Seite weiterhin betreiben. Vielen Dank dafür.

Französisch lernen in Frankreich

Eine bessere Idee ist es, wenn du dir vor deinem Urlaub eine oder zwei Wochen Zeit nimmst, um an einer Uni, einem Institut oder bei einem privaten Unternehmen in Frankreich einen Französischkurs zu belegen. 

Da du dich dann in Frankreich befindest, kannst du das soeben Erlernte gleich vor Ort ausprobieren und wirst es dir besser merken. 

In Frankreich gibt es jede Art von Sprachkurs: Sei es ein Intensivkurs mit 20 oder mehr Wochenstunden, ein Abend- oder Morgenkurs, ein Konservationskurs oder ein Kurs speziell für Urlauber: Für jeden Geschmack ist das Passende dabei. 

Das Tolle ist, dass du bei vielen Anbietern die Unterkunft gleich mitbuchen kannst. Du übernachtest bei Gastfamilien, in Studentenwohnheimen oder in Wohnungen zusammen mit den anderen Sprachschülern. Damit hast du noch mehr Gelegenheiten, dein Französisch anzuwenden. Zudem ist eine solche Übernachtungsoption in der Regel günstiger als das Buchen eines Hotels. 

Französisch lernen mit Büchern

Wenn es dir vor allem wichtig ist, Hinweisschilder, Speisekarten, Beschriftungen oder andere französische Texte zu verstehen, kannst du dich auch nur mit Büchern vorbereiten. Besonders dann, wenn du schon etwas Französisch kannst, ist das eine gute Methode, um neue Vokabeln und Sätze zu lernen. 

Ich lerne Fremdsprachen viel mit Büchern, Artikeln, Zeitungen usw., weil das genau meinem Lerntyp entspricht. Der Vorteil ist, dass ich auch komplexe Wendungen verstehe, weil geschriebene Texte oft anspruchsvoller als Hörverstehensübungen sind. Die Herausforderung ist hier, sich alles zu merken und das Gelernte selbst anwenden zu können. 

Empfehlenswerte Bücher für Anfänger sind zum Beispiel Lerngeschichten, die es von verschiedenen Verlagen gibt. Für fortgeschrittene Urlauber eignen sich die französischsprachigen Ausgaben von deinen Lieblingsschriftstellern. Ideal ist es auch, sich einen Reiseführer in der Landessprache zu kaufen. Sobald du in Frankreich bist, schau mal in einer Buchhandlung vorbei, denn hier findest du jede Menge Inspiration. 

Französisch lernen in einem Kurs

Wenn du zu Hause dein Französisch verbessern oder von Grund auf lernen willst, dann schau am besten bei einer Volkshochschule, einer Uni oder bei privaten Unternehmen vorbei. 

Entscheide dich am besten für einen Kurs, wo du mit einem echten Lehrer und echten Mitlernenden in einem Raum sitzt, damit du die neue Sprache auch wirklich verinnerlichen kannst. 

Kurse bei der VHS sind für eine breite Öffentlichkeit bestimmt und haben nicht das hohe Niveau wie ein Universitätskurs. Wenn du sehr sprachbegabt bist, fühlst du dich schnell unterfordert, deswegen könnte es besser sein, als Gaststudent an die Uni oder an ein Institut zu gehen. 

Es gibt natürlich auch Online Kurse, mal zum Selbstlernen, mal in einer Gruppe, die sich in einer Videokonferenz trifft. Das ist für alle geeignet, die auf dem Land leben und keine Möglichkeit haben, an die Uni oder die VHS zu gehen. Ein Selbstlernkurs ist ideal, wenn du keine festen Termine einplanen willst, da du deine Lerneinheiten selbst einteilen kannst. 

Französisch lernen mit einem Privatlehrer 

Diese Methode ist sehr effektiv, da der Lehrer auf deine besondere Situation eingehen kann und sich ausschließlich um dich kümmert. So machst du die schnellsten Fortschritte. 

Privatlehrer findest du sowohl im deutschsprachigen Raum als auch in Frankreich. Ein Privatlehrer geht allerdings sehr ins Geld. 

Wenn du trotzdem einen haben willst, schau dich auch nach französischen Studenten um, die kosten nicht so viel. Natürlich ist auch Online Unterricht durch Privatlehrer möglich. Hier sparst du am meisten, wenn du dich für jemanden aus den ehemaligen französischen Kolonien entscheidest. 

Französisch lernen mit einem Tandempartner

Gratis Französisch für den Urlaub lernen kannst du mit einem sogenannten Tandempartner. Du suchst dir einen französischen Muttersprachler, der sein Deutsch verbessern will. 

Ihr trefft euch regelmäßig und unterhaltet auch dabei mal auf Deutsch, mal auf Französisch. Diese Methode ist kostenlos und vielleicht entsteht sogar eine Freundschaft. 

Der Nachteil ist allerdings, dass nicht jeder Tandempartner zuverlässig erscheint. Suche dir am besten jemanden, der genauso wie du bereit ist, sich für einen gewissen Zeitraum zu verpflichten, um seine Sprachkenntnisse zu optimieren. 

Geheimtipps, um Französisch für den Urlaub zu lernen

Geheime Tricks, um das Französisch für den Urlaub zu verbessern

Stures Vokabelpauken führt nicht dazu, dass du dich plötzlich fließend in einer Fremdsprache unterhalten und alles verstehen kannst. Doch zum Glück habe ich ein paar Tipps für dich vorbereitet, wie du dein Niveau extrem schnell anheben kannst. Dann bist du für den Urlaub perfekt vorbereitet – zum Beispiel für den Jakobsweg in Frankreich.

Medien konsumieren

Gewöhne dir bereits lange vor deinem Urlaub in Frankreich an, verschiedene Medien nur noch in französischer Sprache zu konsumieren. Du musst nur deine deutschen Quellen für Nachrichten oder Unterhaltung mit französischen ersetzen. Da du, wie die meisten Menschen, jeden Tag viel Zeit mit Medienkonsum verbringst, kannst du durch das Umsatteln diese Zeit besser nutzen und dabei noch deine Sprachkenntnisse verbessern. Ein paar Vorschläge:

  • Statt Spiegel Online lieber Le Figaro lesen
  • Statt deutsche Musiker lieber französische Musik hören
  • Statt Tatort ein paar Klassiker von Alain Delon anschauen
  • Statt deutsche Podcasts spannende Pendants aus Frankreich anhören
  • Französischen statt deutschen Influencern folgen
  • Französische statt deutsche Facebook-Gruppen und Online-Foren
  • In die Bibliothek gehen und nach Büchern, DVDs, CDs und Zeitschriften aus Frankreich suchen

Französisch anwenden

Die größte Hürde beim Sprachenlernen ist es, selbst zu sprechen und zu schreiben. Deswegen solltest du dich ab der ersten Stunde darin üben, auch wenn du Angst vor Fehlern hast. Diese Angst ist unbegründet – denn gerade dann, wenn du einen Fehler machst (und korrigiert wirst), lernst du schneller, weil du dieses Missgeschick nicht noch einmal erleben willst. Je mehr Fehler du machst und überwindest, desto schneller werden sich deine Sprech- und Schreibkompetenzen verbessern. 

Französisch anwenden kannst du an allen möglichen Orten im Internet – beteilige dich an Diskussionen in Foren und Gruppen, kommentiere unter Youtube-Videos, such dir einen Tandempartner usw. 

Am besten ist es, wenn du Leute vor Ort kennst, die Französisch beherrschen – triff dich mit ihnen und plaudere drauflos, ohne Scheu und Angst, und du wirst schon bald Fortschritte machen. 

Selbst wenn du niemanden kennst, ist das kein Problem. Denn du kannst auch alleine auf Französisch in dein Tagebuch schreiben, Videos oder Audios von dir – sprechend – aufnehmen und anschließend mit deinen Lehrmaterialien überprüfen, ob alles richtig war. Mach auch alle Übungen aus deinem Französischlehrwerk, statt nur den Textteil zu lesen. Erst bei den Übungen stellt sich heraus, ob du das Gelernte wirklich verinnerlicht hast. 

Eintauchen in Frankreich

Irgendwann kommt der große Tag und du machst dich auf deine Reise nach Frankreich. Ab sofort kannst und musst du deine Sprachkenntnisse jeden Tag anwenden, egal auf welchem Level du gerade bist. Dir bleibt gar nichts anderes übrig, sofern du einen angenehmen Urlaub erleben willst. Du tauchst in die französische Kultur und Sprache ein und setzt dich damit der sogenannten “Immersion”, also dem Eintauchen, aus. Die Immersion gilt als eine der wirkungsvollsten Methoden zum Sprachenlernen. Das Beste ist natürlich, wenn du viele Wochen oder sogar mehrere Monate im fremden Land bleibst. Wenn du jeden Tag Französisch sprichst und dich auf andere Weise mit der Sprache auseinandersetzt, machen deine Kenntnisse riesengroße Sprünge. Nach der Reise hast du ein ganz anderes Niveau und kannst vielleicht sogar flüssig kommunizieren. 

Methoden kombinieren

Alle Methoden, die ich dir vorgestellt habe, zeigen die größte Wirkung, wenn du sie miteinander kombinierst. Du solltest dich nicht darauf fixieren, dass du angeblich ein visueller oder ein auditiver Lerntyp bist, nur weil man dir das damals in der Schule gesagt hat. Tatsache ist, dass das Lernen einer Fremdsprache am effektivsten ist, wenn alle Sinne angesprochen werden. So lernst du auf verschiedenen Ebenen und merkst dir Vokabeln, Grammatik und Sätze viel leichter. Natürlich kannst du nicht alle Methoden auf einmal machen. Suche dir lieber zwei, drei oder vier heraus und wende sie regelmäßig an, um langfristig Erfolge zu erzielen. 

Zusammenfassung

Häufig gestellte Fragen 

Wie viel kostet es, Französisch für den Urlaub zu lernen?

Die Kosten hängen davon ab, welche Methode du zum Spracherwerb nutzt. Hier ein Überblick:

  • Kostenlos: Freie Angebote im Internet, Tandempartner und Bücher aus der Bücherei
  • Günstig: Lehrwerke für Französisch aus dem Buchhandel (15 bis 50 Euro einmalig)
  • Günstig: Apps und Online Kurse, circa 10 Euro pro Monat
  • Relativ Günstig: Volkshochschule (etwa 100 bis 150 Euro für 10 Termine) oder Kurse an der Uni (hier zahlst du Gebühren fürs Gaststudium)
  • Normal: Intensivkurs in Frankreich (zum Beispiel 1.000 Euro für zwei Wochen Sprachkurs und Unterkunft in Montpellier)
  • Teuer: Privatlehrer: 15 bis 50 Euro pro Einheit

Ist es schwer, Französisch zu lernen?

Das Französisch Lernen gilt im Vergleich mit anderen Sprachen als “mittelschwer”. Schwerer als Italienisch oder Schwedisch, aber nicht so schwer wie Japanisch oder Chinesisch. 

Für uns Deutsche ist Französisch Lernen ähnlich kompliziert wie für Franzosen das Deutsch Lernen. Es wird also kein Spaziergang, aber du kannst es schaffen! 

Was die Beherrschung grundlegender Sätze angeht, sollte es in keinem Fall ein Problem sein, da hier reines Auswendiglernen angesagt ist. 

Ist die Aussprache des Französischen nicht total kompliziert?

Französisch wird fast nie so gesprochen, wie es geschrieben wird. Aber die Aussprache ist nicht so kompliziert wie beim Chinesischen. Du musst lernen, die Nasale korrekt zu produzieren (was du ja teils schon kannst, immerhin kannst du “Restaurant” aussprechen). 

Außerdem musst du wissen, welchen Lauten bestimmte Kombinationen von Vokalen entsprechen (zum Beispiel “eau” wird “o” ausgesprochen. Zudem werden Konsonanten am Wortende oftmals ebenfalls nicht ausgesprochen. 

Hier hilft ein Lehrwerk mit der offiziellen Lautschrift, da diese die Aussprache präzise beschreibt. 

8 Gründe, den Jakobsweg in Frankreich zu gehen

8 Gründe, den Jakobsweg in Frankreich zu gehen

Bist du dir unsicher, ob du den Jakobsweg gehen willst? Ich kann dir nur dazu raten. Denn es gibt acht gute Gründe, ihn zu gehen.

Auszeit vom Alltag

Eine mehrwöchige Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg ist eine Auszeit vom alltäglichen Trott, der im Leben von uns allen herrscht.

In der heutigen Welt dominiert oft Stress und Hetze, sowohl im beruflichen wie auch im privaten Leben.

Viele Menschen sehnen sich deshalb nach Entschleunigung und finden diese auf dem Jakobsweg.

Hier kannst du zur Ruhe kommen, im Einklang mit der Natur leben, dich von Sonnenauf- und Sonnenuntergang leiten lassen und ganz bei dir selber sein.

Richtig schöne Natur

Die französischen Jakobswege zeichnen sich durch eindrucksvolle Naturerlebnisse aus.

So führt die Via Tolosana durch die Camargue, während die Via Podiensis Vulkanlandschaften durchquert.

Naturliebhaber kommen auf ihre Kosten.

Frankreich ist im Gegensatz zu Deutschland im ländlichen Bereich nicht so dicht besiedelt und daher wirst du fernab der Zivilisation Flora und Fauna im ursprünglichen Zustand erleben können.

Durch den Kontakt mit der Natur erden wir uns und lernen uns selber besser kennen. Wir erholen uns vom Lärm der Städte und finden uns selber.

Nicht so überlaufen

Dazu kommt, das die Jakobswege in Frankreich nicht so überlaufen sind wie einige Pilgerstrecken in Spanien.

Von Völkerwanderung wie auf dem Camino Francés ist hier keine Spur. Tagsüber wirst du oft alleine sein und nur am Ende der Etappe in der Pilgerherberge auf andere Wanderer treffen.

Einzige Ausnahme ist die Via Podiensis, die gut frequentiert ist, zumal im Juli und August, wenn in Frankreich Ferien sind. Dafür gibt es genug Unterkünfte und die Pilger verteilen sich auf sie.

Bei meinen Wanderungen auf der Via Gebennensis und der Via Tolosana ging ich jedoch selbst im August alleine meiner Wege.

Wandern ist gesund

Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass tägliche Bewegung gut für die Gesundheit ist.

Einen messbaren Effekt auf das gesundheitliche Wohlbefinden findet ja bereits statt, wenn du drei Mal die Woche für jeweils 30 Minuten stramm spazieren gehst.

Da kannst du dir denken, wie gut es für deinen Körper ist, wenn du jeden Tag mehrere Stunden wanderst.

Fast alle Pilger, die ich getroffen habe, verloren deutlich an Gewicht, auch ich nahm ab.

Deine Kondition wird steigen. Am Anfang wirst du dich quälen müssen, doch nach einigen Tagen hast du dich an das tägliche Wandern gewöhnt und empfindest es nicht mehr als Strapaze.

Du gehst wie von selbst und legst Kilometer um Kilometer zurück.

Deine Trittsicherheit steigt mit jedem Aufenthalt im Gelände.

Deine Lunge wird richtig gut durchlüftet, da sie draußen in der Natur atmet und nicht in einem stickigen Büro oder in einer Fabrikhalle mit Schadstoffen.

Nicht zuletzt kommt ein Pilger dem Alltagsleben der Jäger und Sammler recht nahe. Immerhin waren wir während unserer Evolution vor allem Nomaden und ständig unterwegs. Zivilisationskrankheiten waren damals unbekannt.

Jeder Wanderfreund wird solche Effekte schon nach wenigen Tagen und spätestens nach den ersten Wochen bei sich bemerken.

Auch auf den Geist hast das Pilgern nur positive Folgen. Trübsal und Schwermut verfliegen, Ängste und Hemmungen lösen sich in Luft auf und schon bald wirst du mit dir im Reinen sein.

Wandern ist also ein echter Gesundheits-Booster.

Französisch üben

Niemand kommt in diesem Land darum umhin, zumindest ein bisschen Französisch zu sprechen.

Es ist nicht so, dass die Franzosen keine Fremdsprachen beherrschen, aber sie sprechen sie einfach nicht gerne.

Anders als viele denken, liegt das nicht daran, dass sie arrogant sind. Vielmehr sind sie nur schüchtern und haben Angst davor, Fehler zu machen, so dass sie am liebsten gar nichts sagen oder nur in ihrer Muttersprache sprechen.

Deswegen kann ich jedem Frankreichbesucher nur raten, sich ein paar Brocken Französisch zurechzulegen.

Die Franzosen sind sehr erfreut, wenn du dir Mühe gibst, auf Französisch mit ihnen zu reden.

Ich habe sogar erlebt, dass sie Anfängern gegenüber viel freundlicher sind als jemandem, der schon gut Französisch beherrscht.

Ich spreche die Sprache ja sehr gut und habe den Eindruck, dass das mitunter als selbstverständlich aufgefasst wird. Wobei ich auch oft für meine Kenntnisse gelobt wurde.

Französisch ist eine sehr schöne Sprache mit viel Charme und Witz und du solltest deine Pilgerreise unbedingt dazu nutzen, in ihr heimisch zu werden.

Die Menschen, die du auf deiner Wanderung triffst, haben viel mehr Zeit dafür, deinen Bemühungen zuzuhören und dir etwas beizubringen, als zum Beispiel gestresste Großstädter aus Paris.

Du lernst auf dem Jakobsweg in Frankreich einiges mehr als in einem Sprachkurs in der Hauptstadt.

Frankreich mal anders erleben

Überhaupt lassen sich bei dieser Art des Reisens Land und Leute ganz anders erleben – näher, authentischer, freundlicher.

Frankreich ist ein Touristen-Hotspot und in den Großstädten sind die Einwohner Besucher gewohnt und ignorieren sie gekonnt.

Auf dem Land dagegen sind die Einheimischen oft neugierig auf den fremden Wanderer und löchern dich mit Fragen.

Das ermöglicht es dir, ganz anders mit den Menschen in Kontakt zu treten, richtig mit ihnen zu kommunizieren.

Kleiner Tipp: Orientiere dich nicht immer nur an Google Maps, sondern frag einfach die Leute nach dem Weg. Oft erhältst du dabei echte Insiderinformationen, die so nicht im Reiseführer stehen.

Was mir in den kleinen Gemeinden ebenfalls gut gefallen hat, waren die kulinarischen Genüsse.

Denn hier sind sie deutlich rustikaler, aber dennoch geschmackvoll. In Paris finde ich die Gastronomie oft gekünstelt und abgehoben. Auf dem Land ist sie bodenständig, aber typisch französisch. Und Frankreich kannst du sehr gut über den Gaumen erkunden.

Historische Spurensuche

In Frankreich findest du an jeder Ecke Relikte aus der Vergangenheit. Wenn du historisch und architektonisch interessiert bist, so wird es dir an Inspiration nicht mangeln.

Du wirst an kleinen Kirchen in den Dörfern vorbeikommen und an mächtigen Kathedralen in den Städten. Sie stehen teils seit Jahrhunderten an Ort und Stelle, im Gegensatz zu Bauwerken in den zerbombten deutschen Städten unbeschädigt vom Krieg.

Hier kannst du Geschichte atmen.

Selbst in kleinen Gemeinden gibt es oft eine Touristeninformation, wo du Informationen über Sehenswertes erhalten kannst. Dort bekommst du nicht nur Adressen von Museen und Naturdenkmälern, sondern auch von örtlichen Restaurants und Unterkünften.

Spirituelle Erleuchtung

Nicht zuletzt kannst du in Frankreich der ursprünglichen Aufgabe des Jakobsweges folgen und Gott finden.

Das Land hat eine lange christliche Tradition, auch wenn Frankreich heute ein laizistischer Staat ist. Dennoch ist in der Bevölkerung der Katholizismus noch vorhanden.

Daneben gibt es Kultstätten für alle großen Weltreligionen.

Natürlich kannst du den Pilgerweg auch dann gehen, wenn du deinen eigenen Gott finden willst. Ich habe Leute getroffen, die auf spiritueller Suche waren und sich von verschiedenen Strömungen beeinflussen ließen.

Der eine mag an den christlichen Gott glauben, der andere ans Nichts. Selbst wenn du Anhänger der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters bist, kannst du auf dem Jakobsweg deine Erleuchtung finden.

Denn Gehen ist Meditation. Gehen ist Gebet.

Fazit

Das waren meine acht Gründe für eine Wanderung auf dem Jakobsweg in Frankreich. Sicher gibt es noch andere. Was auch immer deine Motivation ist, eine Pilgerreise ist zu jeder Zeit eine gute Idee.

Manchmal lohnt es sich auch, ohne Angabe von Gründen einfach loszugehen. Denn der Weg liefert dir im Laufe der Zeit ganz eigene Antworten.

Schreib mir gerne in den Kommentaren, warum du auf den Jakobsweg gehen willst!

Zu Fuß von Lyon nach Montpellier

Zu Fuß von Lyon nach Montpellier

Im Jahr 2014 wanderte ich von Lyon nach Montpellier, fast die ganze Strecke zu Fuß.

Dabei kombinierte ich drei Wanderwege, die Via Gebennensis, den Stevensonweg und die Via Tolosana.

Warum ich diesen Trip unternahm und was ich dort erlebte, erfährst du, wenn du weiterliest.

Warum ging ich den Jakobsweg in Frankreich?

2008-2009 studierte ich in Dijon und wurde schwer krank. Meinen deutsch-französischen Doppelstudiengang musste ich deswegen abbrechen und ging zurück nach Deutschland.

2014 hatte ich mich dann soweit erholt, dass ich mir in den Kopf gesetzt hatte, es noch einmal zu versuchen und ein Erasmusjahr in Montpellier zu absolvieren.

Da ich wegen meiner Krankheit ziemlich sauer auf Frankreich und die Franzosen war, war es notwendig, mich mit Land und Leuten zu versöhnen.

Deswegen unternahm ich diese Wanderung. Ursprünglich wollte ich von Dijon nach Montpellier gehen.

Zurück in Dijon

In Dijon angekommen, besuchte ich mein altes Wohnheim und die Uni, sowie diverse Orte, an denen ich öfters war. Ich war sehr traurig dabei, da ich mir vor meiner Erkrankung so viel von diesem Studiengang, den ich nicht zu Ende studieren konnte, erhofft hatte.

Doch mit diesem Besuch wollte ich einen Schlussstrich ziehen und das alte Leben hinter mir lassen.

Ich plante meine Wanderung und musste feststellen, dass ich nicht wusste, wo ich übernachten sollte. Ich fand keinen Wanderführer für die Strecke zwischen Dijon und Lyon und die Quartiere, die mir eine Internetrecherche ausspuckte, waren viel zu teuer. Ich fragte sogar im Bischofssitz nach, doch keiner konnte mir weiterhelfen.

Entmutigt gab ich meine erste Teilstrecke auf, da ich weniger als 1000 € zur Verfügung hatte. Draußen schlafen wollte ich nicht. Daher nahm ich den Zug nach Lyon, wo ich zweimal übernachtete.

Von Lyon nach Le Puy-en-Velay auf der Via Gebennensis

Jetzt wollte ich aber definitiv losgehen und spazierte einfach in südlicher Richtung aus der Stadt hinaus, Richtung Via Gebennensis, die ich nach zwei Tagesetappen fand.

Dieser folgte ich etwa eine Woche bis nach Le Puy-en-Velay.

Es war meine erste längere Wanderung und alles war neu für mich.

In der ersten Pilgerherberge traf ich auf einen einzigen weiteren Gast, einen Schweizer, der auf religiöser Sinnsuche war. Typisch, könnte man meinen, doch die wenigsten, die ich auf meinen Wanderungen auf den Jakobswegen traf, hatten großartig was mit Gott zu tun.

An jenem Abend gab es im Dorf ein großes Fest zu Ehren derjenigen Bewohner, die im vorherigen Jahr volljährig geworden waren. Wir hörten der Musik zu und plauderten über Gott und die Welt.

Der größte Nachteil des Fernwanderns

Ein paar Tage später wollte ich in einer Pilgerherberge übernachten, traf aber nur auf eine verschlossene Tür. Also rief ich an und erfuhr, dass man mich abholen wolle und dass wir uns am Stadtzentrum treffen sollten. Ich sagte zwar, dass ich vor der Tür stünde, doch das sorgte nur für Erstaunen.

Im Zentrum traf ich meinen Gastgeber, einen älteren Franzosen, und das Missverständnis konnte geklärt werden. Ich hatte mich um eine Zeile verlesen und eine andere Nummer angerufen.

Da er nun schon mal da war, willigte ich ein, bei ihm zu übernachten und er fuhr mich zu seinem villaartigen Haus, wo seine Frau schon wartete.

Es handelte sich um ein Gästezimmer für 50 € und ich genoss den Luxus des schönen Zimmers.

Die Dame des Hauses wies mich darauf hin, dass ich stinke, es aber selber nicht merken würde.

Damit wurde ich früh mit einem der größten Nachteile des Langstreckenwanderns konfrontiert. Man riecht wirklich unangenehm, und so richtig sauber werden die Klamotten durch die Handwäsche nicht.

Doch alles halb so schlimm, denn ich selber rieche mich ja nicht, und da ich meistens unter anderen Wanderern bin, fällt das nicht weiter auf.

Essengehen auf Französisch

Mein Gastgeber empfahl mir den Dorfwirt, zu dem ich zum Abendessen ging.

Es gab zwar nur das Tagesgericht, aber schön französisch mit mehreren Gängen. Am Ende wurde eine Käseplatte gereicht. Dazu eine Flasche Hauswein.

Neben mir waren nur eine einzelne Dame, die sich als deutsche Pilgerin herausstellen sollte, sowie eine französische Familie zu Gast.

Es war extrem ruhig und die Franzosen flüsterten nur. Ich hatte den Eindruck, dass in diesem Land das Essengehen wie eine religiöse Zeremonie ist.

Ich sprach dem Weine zu, bis ein kleiner Junge am Nebentisch flüsterte: „Mama, er trinkt die ganze Flasche aus!“ „Psst, sei still!“.

Ich war mir unsicher, ob es angemessen ist, so viel zu trinken oder ob man normalerweise nur ein Gläschen zu sich nimmt. Wie auch immer, ich war den ganzen Tag gewandert und durfte mir etwas gönnen.

Die Via Gebennensis endete in Le Puy-en-Velay, wo ich in einer Pilgerherberge übernachtete.

Auf dem Stevensonweg

Von dieser Stadt ging ich weiter Richtung Süden auf dem Chemin de Stevenson, dem Stevensonweg.

Robert Louis Stevenson, der Autor der „Schatzinsel“, ging im 19. Jahrhundert diese Strecke zu Fuß – und mit einem Esel.

Der Weg führt nach einigen Etappen über die Cevennen, doch leider kam ich nicht so weit.

Denn ich ging nur fünf Etappen bis mir klar wurde, dass ich es zu Fuß bis zum Semesterbeginn nicht bis nach Montpellier schaffen würde.

Also betrog ich und nahm den Zug nach Alès und von dort ging es weiter per Bahn nach Arles.

Von Arles nach Montpellier auf der Via Tolosana

In dieser Stadt steht nicht nur eine Stierkampfarena, sondern hier beginnt die Via Tolosana, in Frankreich auch „Voie de Soleil“, der Sonnenweg genannt.

Die erste Etappe führte mich am Ufer der Kleinen Rhône entlang, unter brütender Hitze und ohne Schatten, bis ich Saint-Gilles erreichte.

Kleiner Tipp: Eine Alternativroute führt von Arles direkt durch die Camargue, an nicht eingezäunten Stieren vorbei. Sicher die schönere Variante, aber auch hier kein Schatten in Sicht und nichts für Leute, die Angst vor Tieren haben.

In Saint-Gilles angekommen, traf ich auf Robert, der bis Montpellier mein Wandergefährte werden sollte.

Stierkämpfe in Südfrankreich

Wir erfuhren, dass am Abend Stiere durchs Dorf getrieben würden und wir fanden uns zu diesem Spektakel an der Hauptstraße ein.

Absperrungen aus Holz trennten die Zuschauer von der Straße und schon war es soweit.

Reiter trieben mehrere Stiere im Galopp vor sich her. Wusch – schon waren sie an uns vorbei.

Anschließend folgte der nächste Trupp und vielleicht noch einer und dann war es vorbei.

Die Stiere waren für den Stierkampf vorgesehen, eine Tradition, die in Südfrankreich nach wie vor lebendig ist.

Während des Sommersemesters sollte ich einen davon in der alten Römerarena in Nîmes sehen. Er war sehr blutrünstig und ungerecht, denn es gab nur einen Stier, aber der Torero hatte mehrere Helfer und sogar gepanzerte Pferde. Immerhin schaffte es einer der Stiere, ein Pferd umzuwerfen, doch am Ende musste auch er daran glauben.

Wesentlich sportlicher fand ich die „Course camarguaise“, eine Art von Stierkampf, die in der Camargue praktiziert wird. Dabei wird das Tier nicht getötet, sondern ihm werden Trophäen auf die Stirn gepappt. Ein gutes Dutzend junger Läufer muss versuchen, diese zu erwischen.

Natürlich lässt der Stier das nicht zu und rennt dem frechen Burschen wütend hinterher. Der macht sich eiligst aus dem Staub, wobei er mitunter über die Absperrung springen muss, um ihm zu entkommen.

Dieses Ereignis sah ich in einer kleinen Arena in einem Dorf in der Nähe von Montpellier und es hat mir sehr gut gefallen, weil es eher ein Spiel war als der tödliche Kampf in Nîmes. Die Zuschauerränge waren gut gefüllt, es waren viele Kinder da. Offenbar taugt diese Sportart in der Gegend als Familienausflug.

Vom Wandern zu zweit

Fünf Tage war Robert mein Wanderkamerad und wir kamen gut miteinander aus. Er war jünger als ich, in den ersten Semestern seines Studiums und es war seine erste Wanderung.

Natürlich hatte er viel zu viel Gepäck dabei, um die 19 Kilogramm. Ich konnte ihn dazu überreden, ein paar Kilo zurückzuschicken, und tatsächlich folgte er meinem Rat. Unter anderem hatte er einen großen Kochtopf dabei.

Wie ist das Wandern zu zweit? Wenn die Harmonie stimmt und beide dieselbe Geschwindigkeit haben, funktioniert es ganz gut.

Der Vorteil war, dass ich jemanden zum Reden hatte, dass wir an unklaren Wegmarkierungen beratschlagen konnten und dass wir abends gemeinsam unser Bier genossen.

Ich hatte gar nicht geplant, zu zweit zu wandern. Es ergab sich einfach, nachdem wir uns in einer Herberge getroffen hatten.

Daran siehst du, dass der Weg für dich sorgt. Wenn du daran zweifelst, ob du alleine aufbrechen sollst: Tu es, und schließe dich auf dem Jakobsweg mit anderen Pilgern zusammen.

Die Wanderer hier sind sehr aufgeschlossen, jeder unterstützt den anderen. Auch wenn du tagsüber lieber alleine bist, gibt es am Abend in der nächsten Herberge ein großes Hallo, wenn du dir bekannte Pilger wiedertriffst.

Endlich am Ziel

Die letzte Etappe betrug stolze 40 Kilometer und es war eine Schinderei in der gehirnzersetzenden Sonne Südfrankreichs. Der Weg nach Montpellier führte über viel Asphalt und ließ die Füße weinen. Doch am Ende kamen wir an, müde, aber glücklich. 

Ich war am Ziel. Wir übernachteten in einer kirchlichen Pilgerherberge und quartierten uns am nächsten Tag in einem günstigen Hotel ein. 

Es war an der Zeit, mich von meinem Weggefährten zu trennen, denn Robert wollte noch ein Stück weiter zu einem See laufen, bevor es zurück nach Deutschland gehen sollte. 

Ich bereitete mich auf mein Studium vor. Ich zog in die Jugendherberge, wo ich ein paar Tage mit Wohnungssuche beschäftigt war, bis ich einen Platz in einem Studentenwohnheim fand. 

Wie es weiterging

Mein erster Fernwanderweg und Pilgerreise haben mir gut gefallen. Das Gehen fiel mir leicht, ich kam gut mit anderen Leuten in Kontakt und ich fühlte mich fit.

Fast schien es, als ob mein Ziel, mich mit Frankreich auszusöhnen, erreicht worden wäre. 

Doch es kam anders. 

Kaum war ich in die Sesshaftigkeit zurückgekehrt, meldete sich meine Krankheit wieder und machte mir auch mein zweites Auslandsjahr an einer französischen Universität zur Hölle. 

Doch das ist eine andere Geschichte. 

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